Eiweiß – Baustoff des Lebens

Eiweiße (Proteine) sind komplexe Naturstoffe, die im Gegensatz zu Fett und Kohlenhydraten keine wichtige Energiequelle für den Menschen darstellen, sondern als Bausteine für den Aufbau körpereigener Proteine bedeutend sind: Muskeln, Organe, Blut, Haut und Haare bestehen hauptsächlich aus Eiweiß. Proteine sind in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln enthalten und für den Menschen unersetzbare Nahrungsbestandteile.

Baustoff aus Aminosäuren

Grundelemente der Proteine sind Aminosäuren, die in verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten die Proteine aller Lebewesen bilden. Jede Spezies (Mensch, Tier, Pflanze) hat arteigene Aminosäureketten (Primärstruktur), die miteinander zu unterschiedlichen Gebilden verbunden sind. Die Proteinstruktur bestimmt die typische Form, den Charakter und die Funktion der verschiedenen Gewebe.

Lebensnotwendige Eiweiße

Von den 20 verschiedenen Aminosäuren des menschlichen Körpers sind für Erwachsene neun lebensnotwendig, da der Körper diese nicht selbst herstellen kann. Im Magen und Darm werden die Eiweißstoffe in ihre Bestandteile zerlegt, die einzelnen Aminosäuren gelangen in den Körper und werden im Blut an den Ort transportiert, wo sie gebraucht werden.

Funktionen der Proteine im Körper

Eiweiß liefert das Material zum Aufbau und für die Erneuerung von Zellen und Gewebe. Diese Baustoff-Funktion kann von keinem anderen Nahrungsmittel übernommen werden. Im Blutplasma dienen Proteine als Transportmittel für verschiedene Substanzen (z.B. Cholesterin, Vitamine, Eisen). Zudem sind Proteine (z.B. Enzyme) Bestandteile von Körperflüssigkeiten (Blut) und Sekreten mit wichtigen Funktionen. Spezielle Proteine spielen auch eine wesentliche Rolle bei der Muskelkontraktion und nicht zuletzt sind Antikörper und Gerinnungsfaktoren aus Proteinen aufgebaut.

Pflanzliches und tierisches Eiweiß

Milch, Fleisch, Fisch und Eier sind die Hauptlieferanten von tierischem Eiweiß. Aber auch in pflanzlichen Lebensmitteln ist Eiweiß enthalten. Es steckt vor allem in Getreideprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen und Erbsen. Tierisches Protein ist dem pflanzlichen qualitativ überlegen, da es dem körpereigenen Eiweiß ähnlicher ist als das pflanzliche. Pflanzliches Protein aus Nahrungsmitteln hat aber den Vorteil, dass man mit ihm weniger Fett als Begleitstoff aufnimmt. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen pflanzlichem und tierischem Eiweiß in der Nahrung ist deshalb optimal.

Wie viel Eiweiß ist gesund?

Der Bedarf an Eiweiß ist bei Kindern aufgrund des Wachstums größer als bei Erwachsenen, die keine Körpersubstanz mehr aufbauen, sondern nur bestehende Zellen erneuern. Die notwendige Eiweißmenge für Erwachsene beträgt pro Tag 0,8 Gramm für jedes Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht bei normalgewichtigen Personen einer Menge von ungefähr 45-55 Gramm Eiweiß. Davon sollte etwa die Hälfte durch tierisches Eiweiß und die Hälfte durch pflanzliches Eiweiß gedeckt werden.

Lieber zu wenig als zu viel

Man muss sich in der Regel allerdings keine Sorgen machen, zu wenig Eiweiß zu essen, das Gegenteil ist eher der Fall: Wird mehr Protein mit der Nahrung aufgenommen als man benötigt, dient es nicht mehr als Baustoff, sondern nur noch als Energielieferant (1 Gramm Eiweiß liefert 4 kcal). Als Energiequelle hat Eiweiß gegenüber Kohlenhydraten und Fetten allerdings einen Nachteil: Jedes Protein enthält Stickstoff, der über die Niere im Harn ausgeschieden werden muss. Überhöhte Eiweißaufnahme kann daher eine Belastung für den Organismus (und die Nieren) darstellen.

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