Nachkriegszeit

Vom Selbstbedienungslädchen zum Supermarkt

Zum geschäftsführenden Vorstand wird Hugo Wagner berufen, der das Unternehmen bis in die 80er Jahre hinein führt. In den 50er Jahren wird das Unternehmen wieder auf die Beine kommen, gleichzeitig aber eine kleine Revolution im Einzelhandel erleben. Aus den USA kommt das Konzept der Selbstbedienungsläden herüber, die "Supermarkets". Die Umstellung fällt dem deutschen Einzelhandel auch deshalb nicht leicht, weil mancher brave Kaufmann nun das Gefühl hat, der Kunde stehe sozusagen mit ihm hinter der Theke. Die REWE-Händler aber sind flexibler, flotter und erfolgreicher, sie stellen sich rasch auf die Selbstbedienung um. Ein richtiger Fortschritt sind auch die Tiefkühltruhen, die bereits 1957 in der Hälfte der 80 Genossenschaftsbetriebe der REWE Pirmasens stehen.

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60er und 70er Jahre: Fortschritt durch Expansion

Die 60er Jahre gehören der weiteren Expansion. Man fusioniert 1960 mit der REWE Zweibrücken, steigert den Umsatz auf 8,6 Millionen Mark und baut sich eine neue Zentrale in der Winzler Straße 152. 1963 folgt die Eröffnung des ersten C+C-Lagers, das vor allem die Gastronomie und andere Großkunden bedient. Neben den Regiemärkten wachsen die C+C-Märkte zu einem wichtigen Standbein der Genossenschaft heran. 1965 werden mit 152 Einzelhandelsgeschäften 27 Millionen Mark Umsatz erwirtschaftet. Die REWE-Pirmasens-Zweibrücken hat zu dieser Zeit 70 Mitarbeiter und muss die Zentrale in der Winzler Straße bald aufstocken, um Platz für weitere Angestellte zu schaffen. 1968 wird die REWE Kaiserslautern eingegliedert und man firmiert nun unter REWE-Westpfalz mit 300 Läden und zwei C+C-Lagern.

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Eigene Produktion

1972 wird die REWE Westpfalz noch ein Stückchen unabhängiger durch den Bau der neuen Großmetzgerei auf dem Firmengelände in der Winzler Straße. Gegenüber dem Vorgängerbetrieb in der Hirtengasse verfünffacht sich die Produktionskapazität. Aber der Wandel bleibt beständig. Die ersten großen Märkte auf der "grünen Wiese" entstehen. Franz Mayer kommt 1975 an Bord und konzipiert die Strategie, mit großflächigen Märkten, beispielsweise mit den ESBE-Märkten, eine zukunftsfähige REWE Westpfalz zu erhalten. 1975 wird der Rekordumsatz von 82 Millionen Mark erwirtschaft 1978 kommt auch die REWE Saar in den Verbund und 1979 gehören der nun entstandenen REWE Südwest 300 Lebensmitteleinzelhändler, sechs Einkaufsmärkte und drei C+C-Märkte an.

Weitere Expansion

Die REWE Südwest expandiert weiter, holt 1983 die REWE Rhein-Schwarzwald mit an Bord. Im Pirmasenser Industriegebiet Erlenteich wird das Gebäude der neu gegründeten WASGAU Fleischwaren GMBH fertig gestellt und macht das Unternehmen noch eigenständiger, weil die Groß- und Regiemärkte nun mit eigenen Fleisch- und Wurstwaren beliefert werden können. 1987 löst Franz Mayer Hugo Wagner im Vorstandsvorsitz ab.

1989 wagt Mayer, gegen viel Widerstand aus der REWE-Zentrale, die Umwandlung der Genossenschaft in die Südwestkauf Aktiengesellschaft, die von da an mit der Schweizer Markant AG zusammenarbeitet, 1991 wird das Einzelhandels- und Filialsystem auf den Namen Markant ausgerichtet. Gleichzeitig dazu wird die neue Tochterfirma WASGAU Bäckerei-Konditorei GmbH aus der Taufe gehoben. Wie bei der Metzgerei ein weiterer Schritt zu mehr Unabhängigkeit durch eigene Produktion. Bis heute ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte sind die Umfirmierung in Markant-Südwest am 20. Juli 1994 und der Börsengang des Unternehmens im selben Jahr. 1995 erwirtschaftet das nun börsennotierte Unternehmen erstmals einen Umsatz von einer Milliarde Mark. Im Oktober des Jahres 2000 wird das riesige Logistik- und Dienstleistungszentrum in Pirmasens in Dienst gestellt. In diesem Zuge wurde das Frischelager aus Kirkel-Limbach und das Lager in der Winzlerstraße 152 zusammengelegt. Aus Kirkel-Limbach kommen nicht nur die Mitarbeiter nach Pirmasens, sondern auch deren Wissen und Frischelagerkompetenz für Obst, Gemüse und Molkereiprodukte.

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