Obst & Gemüse-Lexikon

Möhre

Die Spuren der Möhre gehen in graue Vorzeiten zurück. Möhrensamen wurden sogar in Schweizer Pfahlbauten gefunden – mehr als 4000 Jahre alt. Heute ist die Möhre eine der wichtigsten Gemüsearten der Welt.

Anbau und Ernte

Die auch Mohrrübe genannte Wurzel wird praktisch in allen Ländern angebaut. Möhren sind bei uns ganzjährig im Angebot. Mehr als die Hälfte der Menge, die wir verzehren, stammt aus einheimischer Erzeugung. Die ”Rüblis” gehören zu den beliebtesten und nach der Kartoffel zu den meist verbrauchten Gemüsen.

Groß ist die Zahl der Möhrensorten. Im allgemeinen bevorzugt der Frischmarkt mittelgroße, längliche Formen. Es gibt Sommer-, Herbst- und Spät- oder Dauermöhren. Die letzteren sind besonders gut lagerfähig und werden weit bis ins Frühjahr hinein angeboten.

Die kurzen, rundlichen Sorten nennen wir Karotten. Als ”Bundmöhren” wird die Sommerernte bezeichnet, die mit Kraut und gebündelt angeboten wird. Leider ist ihre Haltbarkeit gering, da das Grün die Feuchtigkeit entzieht und das Gemüse schnell welken lässt. Will man Bundmöhren länger aufbewahren, sollte daher das Kraut abgeschnitten werden.

Im Großanbau werden die meist maschinell geernteten Möhren auf sogenannten ”Aufbereitungsstraßen” maschinell entlaubt, gewaschen und sortiert. Anschließend werden sie in Kisten, gelochte Plastikbeutel, Netzsäcke oder Container abgefüllt.

Schützen Karotten vor Krebs?

Die meisten Babys werden mit Karottenmus gefüttert – während unserer Kindheit bekommen wir sie als Zwischenmahlzeit in die Hand gedrückt. Was macht die Karotte so gesund?

Es verwundert nicht, dass den Möhren dank ihrer Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen von jeher auch gewisse arzneiliche Eigenschaften zugesprochen wurde. Carotin stärkt die Sehkraft, reinigt das Blut und bräunt die Haut.

Den wichtigsten Wirkstoff erkennt man sogar an der Farbe: die Möhre ist das Gemüse mit dem weitaus größten Carotingehalt. Das Beta-Carotin ist eine Vorstufe, aus der sich im menschlichen Körper in Verbindung mit Fett das wichtige Vitamin A bildet. Carotinoide sind pflanzliche Farbstoffe und hinsichtlich ihrer Gesundheitsförderlichen Wirkung bestens untersucht. Sie unterstützen körpereigene Abwehrkräfte und wirken stark antioxidativ. In Studien wurde beobachtet, dass eine hohe Zufuhr von Carotinoiden das Krebsrisiko verringern kann. Besonders stark ist die Schutzwirkung gegenüber Krebsformen der Atmungs- und Verdauungsorgane.

Damit sind Möhren ein wertvoller Bestandteil einer Ernährungsweise, die die Gesundheitskampagne ”5 am Tag” empfiehlt. 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag senken das Risiko verschiedener Krebs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Von Fingerfood bis Torte

Im Geschmack sind Möhren süß und zart und sie bringen Farbe auf den Tisch! Viele Menschen verzehren sie frisch und roh – direkt aus der Hand. Damit ist die gelbe Rübe ein knackiges Fingerfood für zwischendurch und eine gesunde Zugabe für das Pausenbrot. Besonders bei Kindern ist ihr süßer Geschmack beliebt.

Auf einem Rohkostteller dürfen Möhren nicht fehlen. Geraspelt sind sie besonders schmackhaft in Kombination mit Orangen, Äpfeln, Nüssen oder Sauerkraut. Auch als Saft ausgepresst eignet sich das Gemüse.

Häufiger ist die Verwendung als Warmgemüse oder in Eintopfgerichten und Suppen.
Junge, zarte Karotten oder Möhren braucht man übrigens nicht zu schälen. Sorgfältiges Waschen oder Abbürsten reicht aus. Neben Erbsen und Spargel sind Möhren typischer Bestandteil des ”Leipziger Allerlei”.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten wie Möhrenbrot oder –kuchen fordern kreative Köche heraus.

Ein Praxistipp: egal, ob roh oder gekocht, in jedem Fall sollte man die Möhren mit etwas Fett zubereiten, damit der hohe Carotingehalt vom Körper besser ausgenutzt werden kann.

Gesunder Vorrat

Das knackige Gemüse kann sehr gut auf Eis gelegt werden. Nur wenige Vorbereitungen sind für das sachgerechte Einfrieren von Möhren erforderlich. Nach dem Putzen und Schneiden in Scheiben oder Würfel ist kurzes Blanchieren ratsam. Durch diese Hitzebehandlung in kochendem Wasser werden die Enzyme der Pflanze, die für Verfärbung und geschmackliche Veränderung des Gemüses verantwortlich sind, unwirksam gemacht. So behält das Gemüse seine ursprüngliche Farbe.

Wie geht’s? Zum Blanchieren geputztes, gereinigtes, klein geschnittenes Gemüse in reichlich kochendes Wasser geben und ca. drei Minuten kochen lassen. Anschließend Gemüse sofort herausnehmen und in kaltem Wasser abschrecken, gut abtropfen lassen.

Eine große Rolle spielen Möhren für die Verarbeitungsindustrie. Da kommt den runden Karottensorten eine dominierende Rolle zu. In Dosen oder Gläsern eingemacht sowie als Sauerkonserven steht eine breite Produktpalette für die schnelle Küche zur Verfügung.


Varianten

  • Karotte