Obst & Gemüse-Lexikon
Lauch
Lauch oder Porree zählt zu den Zwiebelgewächsen. Seine Blätter bilden aber keine Zwiebel aus sondern einen kräftigen Schaft, der dort, wo er in der Erde wächst, weiß bleibt. Zusammen mit der Zwiebel gilt er als das älteste bekannte Gemüse, das man bewusst gezüchtet hat. Im alten Ägypten schrieb man ihm Kraft bringende Wirkung zu und gab den Sklaven beim Pyramidenbau deshalb reichlich davon zu Essen. Bei den Römern galt er als leichtes Liebesstimulanz und Kaiser Nero aß einmal pro Woche Lauch, damit seine Stimme besonders wohltönend werden sollte.
Heute wird der Lauch in der traditionellen wie in der modernen Küche als aromatisches und sehr nährstoffreiches Gemüse geschätzt.
Preiswertes Gemüse für das ganz Jahr
Lauch ist fast das ganze Jahr hindurch aus heimischem Freilandanbau verfügbar, denn es gibt zwei Sortengruppen: den Sommerlauch, der von Juni bis September auf den Markt kommt, und den frostunempfindlichen Winterlauch, der in den Herbst- und Wintermonaten geerntet wird. Sommerlauch erkennt man an langen, dünnen Schäften und hellgrünen Blättern. Er ist zarter und hat ein feineres Aroma. Beim Winterlauch sind die Schäfte kürzer und deutlich dicker, der Geschmack ist kräftiger.
Gesundheitsfördernd, nährstoffreich und kalorienarm
Die Verwandtschaft des Lauchs zu Zwiebel und Knoblauch wird deutlich im Gehalt an Sulfiden. Diese schwefelhaltige Verbindungen, verleihen den Zwiebelgewächsen zum einen das charakteristische Aroma, zum anderen bewirken sie als bioaktive Stoffe sehr viel Gutes in unserem Körper. Zum Beispiel bringen sie die Verdauung in Schwung, schützen unsere Zellen vor schädlichen Radikalen und mindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sogar schädlichen Mikroorganismen (Bakterien, Pilz, Viren) können die Sulfide in Lauch und dessen Verwandten wirksam Paroli bieten und schützen so vor Infektionen, insbesondere im Bereich der Nieren.
Auch an Vitaminen und Mineralstoffen hat Lauch einiges zu bieten, vor allem reichlich Vitamin C, Provitamin A, Folsäure, Kalium und auch Eisen. Und das bei einem Kaloriengehalt von nur 25 kcal pro 100 g Gemüse.
Roher Lauch kann bei empfindlichen Personen Magenbeschwerdung und Blähungen verursachen. Aber schon kurzes Blanchieren macht ihn milder und besser verträglich.
Ein „Muss“ für jede Küche
Lauch ist mit seinem zwiebelähnlichen Aroma ein guter Zwiebelersatz, dabei jedoch milder, delikater und süßer. Er ist ein ideales Würzgemüse für Suppen, Soßen und Fleisch und ein kleiner Vorrat gehört deshalb in jeden Kühlschrank. Er eignet sich gedünstet als Gemüsebeilage – sehr pikant schmeckt z. B. eine Kombination von Möhren mit Lauch -, er kann mit Käse und Schinken überbacken als Hauptgericht gereicht werden und den zarten Sommerlauch kann man sogar roh oder blanchiert zu Salat verarbeiten.
In feine Streifen geschnitten – am besten längs zu den Blattadern –, evtl. noch kurz in wenig Fett angedünstet ist er außerdem eine Bereicherung für viele Suppen.
Unproblematisch im Umgang
Die Vielseitigkeit des Lauchs wird ergänzt durch sein recht unproblematisches Naturell. Wenn er frisch und unverletzt ist, hält er sich im Gemüsefach des Kühlschranks oder in einem kühlen, trockenen Keller ohne Probleme etwa 1 Woche. Allerdings sollte man beim Einkauf darauf achten, dass die Blattspitzen nicht gelb und angewelkt sind. Die Blätter dürfen keine gelben Flecken und keine Fäulnisstellen aufweisen und der Zwiebelboden darf nicht abgeschnitten sein.
Vor der Zubereitung muss Lauch gründlich gewaschen werden, denn zwischen den Blättern sammelt sich oft Erde. Am besten schneidet man die Stangen längs bis zur Mitte auf und spült sie unter fließendem Wasser – Blattenden nach unten – gründlich ab. Dabei die Blätter auseinander spreizen.
Kleingeschnittener Lauch sollte möglichst bald weiterverarbeitet werden und nicht längere Zeit liegen bleiben, er verliert sonst an Aroma und wird bitter.
Einfrieren lässt sich Lauch ebenfalls sehr gut, man sollte ihn vorher aber kurz blanchieren.
Das würzig-scharfe Aroma des Lauchs eignet sich für die Kombination mit verschiedensten Gewürzen und Kräutern. Probieren Sie Ihn z. B. mal mit Curry, Muskatnuss, Paprikapulver, Lorbeer, Kerbel, Petersilie, Liebstöckel, Thymian oder auch mit etwas Estragon.
Varianten
- Poree
