Obst & Gemüse-Lexikon
Kirschen
Im Juni kommen sie auf den Markt, die ersten Süßkirschen aus den deutschen Obstanbaugebieten. Die Frischesaison dauert nur etwa 10 Wochen, deswegen heißt es jetzt für alle Freunde der knackigen Früchtchen: "Ran an die Kirsche!"
Für jeden Geschmack die passende Kirsche
Bei Kirschen kennt man grundsätzlich zwei verschiedene Sortengruppen: Süßkirschen, die die Saison eröffnen, und Sauerkirschen, die etwas später reifen.
Die Süßkirschensorten wiederum werden eingeteilt in die besonders beliebten, etwas säurereicheren und bissfesten Knorpelkirschen auf der einen Seite und die weichfleischigen Herzkirschen, die etwas milder schmecken, auf der anderen. In beiden Gruppen finden sich Farbabstufungen von gelbrot bis fast schwarz.
Süßkirschen sind zum Kochen fast zu schade, sie eigenen sich hervorragend für den Frischverzehr.
Sauerkirschen dagegen sind ideal für die Weiterverarbeitung zu Desserts, Konfitüren, Kuchen und anderen Köstlichkeiten. Auch hier unterscheidet man 2 Sortengruppen: Amarellen mit hellrotem Fruchtfleisch und fast farblosem Saft und Morellen mit dunklem Fruchfleisch und tiefrotem Saft (die bekannteste Sorte ist hier wohl die Schattenmorelle).
Prall voll Gesundheit
Egal ob süß oder sauer, ob dunkel oder hell, Kirschen schmeicheln mit ihrer Farbe und ihrem Aroma nicht nur unseren Sinnen. Mindestens so wertvoll sind die leuchtenden Früchtchen auch für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden und die Palette der positiven Wirkungen ist erstaunlich vielseitig.
Zunächst einmal regen Kirschen die Verdauung an und beseitigen so Verstopfung.
Des weiteren senken sie den Harnsäurespiegel und können dadurch Gichtbeschwerden lindern. Bei Rheuma helfen die kleinen roten Früchte ebenfalls, denn Anthocyane, die Farbstoffe der Kirsche, wirken entzündungshemmend.
Eine weitere Wirkung der Anthocyane dient der Schönheit: zusammen mit dem reichlich vorhandenen Vitamin C kräftigen sie das Bindegewebe und sorgen so für eine jugendliche, glatte Haut.
Kirschen gelten sogar als Mittel zur Vorbeugung von Karies und Parodonthose, indem sie die Entstehung von Zahnbelägen verhindern.
Von Ernährungswissenschaftlern empfohlen werden Kirschen schließlich auch wegen ihres Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen. Flavonoide und Phenolsäuren schützen vor Krebs und der schädigenden Wirkung freier Radikale in den Zellen, sie stärken das Immunsystem und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Es lohnt sich also auf alle Fälle, während der Erntesaison mal eine Kirschkur zu machen. Täglich etwa 1⁄2 Pfund frischer Kirschen - nach jeder Mahlzeit eine Hand voll - sollte man dazu genießen.
Pfleglicher Umgang ist Pflicht
Frische Kirschen sind recht empfindliche Früchtchen und verlangen eine schonende Behandlung.
Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die sortentypische Farbe intensiv ausgeprägt ist. Nur dann sind die Kirschen ausgereift und schmecken wirklich süß und aromatisch. Die Früchte müssen frei von Verletzungen und braunen Flecken und ihre Haut fest, glatt und glänzend sein. Verletzte Kirschen faulen sehr schnell und müssen sofort aussortiert werden. Der Stiel sollte bei Süßkirschen noch dran sein und frisch aussehen. Bei einigen Kirschsorten, deren Stiel sich beim Pflücken auf natürliche Weise löst, darf er fehlen, wenn die Haut nicht beschädigt ist.
Frische, unverletzte Kirschen halten sich im Kühlschrank in einer Plastiktüte etwa 2 Tage. Man sollte sie vorher aber nicht waschen und nicht entstielen. Die Portionen dürfen auch nicht zu groß sein, damit die Kirschen nicht gedrückt werden.
Waschen Sie die Kirschen erst kurz vor der Verwendung und zwar mit dem Stiel, damit der Saft nicht verloren geht. In stehendem Wasser wird die zarte Schale am ehesten vor Verletzungen geschützt.
Alle Kirschsorten eignen sich sehr gut zum Tiefgefrieren, sie halten sich bei –18°C gut 8-10 Monate.
