Obst & Gemüse-Lexikon

Johannisbeeren

...gehören zu den wohlschmeckenden Obst-Klassikern. Sie sind in Deutschland besonders in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen heimisch. Einst gehörten sie in jeden Bauerngarten. Sie wachsen an mehrjährigen Sträuchern oder Hochstämmchen.

Farbenfrohe Beeren

Im Juni - traditionell mit dem Johannistag, am 24. Juni - beginnt die Ernte der Johannisbeeren. Daher haben sie auch ihren Namen. Die rote Johannisbeere ist die meist verbreitete Art. Weiße Johannisbeeren sind besonders wohlschmeckend, auf dem Markt jedoch nur gelegentlich zu finden. Schwarze Beeren sind durch Anthocyan in der Schale gefärbt.

Dieser Pflanzenfarbstoff zählt zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen mit gesundheitsfördernder Wirkung.

Der Verkauf erfolgt meist in Pfundschälchen. Leider liegen die Preise für das gesunde und köstliche Obst wegen der hohen Erntekosten relativ hoch.

Powerkugeln

Johannisbeeren sind sehr gesund. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde die Schwarze Johannisbeere als Heilpflanze entdeckt. Auch heute noch werden ihre Blätter und Früchte gegen Rheumatismus, Gicht und Wassersucht eingesetzt. Johannisbeeren sind wahre Vitamin C-Bomben. Vitamin C fördert die Widerstandskraft des Organismus. Der Vitamin C Gehalt der Schwarzen Johannisbeere liegt höher als bei den meisten anderen Obstarten. Schon in einer Handvoll der "Powerkugeln" steckt der halbe Tagesbedarf an diesem Vitamin.

Sie sind ideal als eine der ”5 am Tag”-Portion. Hinter ”5 am Tag” verbirgt sich die Botschaft, dass 5 Mahlzeiten Obst und Gemüse am Tag das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

Neben dem hohen Vitamin C-Gehalt enthalten die Beeren Wirkstoffe, die Herz und Kreislauf stärken. Auch Kalium, Calcium, Phosphor, Pektin und Fruchtsäuren sind reichlich vorhanden. Es ist die Gesamtwirkung der Inhaltsstoffe, die den hohen gesundheitlichen Wert der Johannisbeeren ausmacht.

Möglichst frisch auf den Tisch

Je nach Sorte schmecken die Johannisbeeren süß-aromatisch bis erfrischend-säuerlich. Man genießt sie pur oder in Kombination mit anderen Sommerfrüchten. Das weiche Obst muss sozusagen mit Samthandschuhen angefasst und sorgfältig verarbeitet werden. Die kleinen Beeren werden von den Stielen gelöst, dazu kann man die Zinken einer Gabel zur Hilfe nehmen. Dann werden sie verlesen und gewaschen.

Johannisbeeren sind nur kurze Zeit lagerfähig, maximal 2 –3 Tage.

Das Obst findet vielfältige Verwendung in der Küche und der Verarbeitungsindustrie. Durch den hohen Pektin- und Säuregehalt gelingen Gelees und Konfitüren besonders gut. Beliebt sind die Beeren in Roter Grütze, Speiseeis und Sorbet, als Belag für Kuchen und Torten und als Ausgangsprodukt für Saft, Liköre (Aufgesetzter) und Fruchtwein.

Die Cumberlandsauce, passend zu Lamm- und Wildgerichten, ist ein Erzeugnis aus roten Johannisbeeren, der Cassislikör eine Spezialität aus den schwarzen Beeren.

Vitamine aus der Tiefkühltruhe

Dass Obst und Gemüse aus der Tiefkühltruhe sehr vitaminreich ist, hat erst kürzlich eine Studie des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Bonn ergeben. Wenn das frisch geerntete Obst sofort eingefroren wird und während des Transports nicht an- oder auftaut, enthält es genauso viel Vitamine wie Obst aus dem Einzelhandel. Denn je länger die frische Ware transportiert und aufbewahrt wird, umso mehr Vitamine und Nährstoffe gehen verloren. Wer also später im Jahr noch Freude an den Beeren haben möchte, friert sie ein.