Obst & Gemüse-Lexikon

Erdbeere

»Zweifellos hätte Gott eine bessere Beere schaffen können, aber ebenso zweifellos hat er es nicht getan.« So urteilte im 17. Jahrhundert der englische Bischof Izaak Walton über die herrlich roten Früchte und er steht mit dieser Meinung sicher nicht alleine.

Scheinfrüchte mit köstlichem Aroma

Schon in der Antike waren die aromatischen, kleinen Walderdbeeren ein beliebter Genuss. Ihre kulinarische Bedeutung geriet allerdings für lange Zeit in Vergessenheit, bis man im 18. Jahrhundert aus amerikanischen Sorten die heutigen großfruchtigen Gartenerdbeeren züchtete. Botanisch gesehen ist die Erdbeere gar keine Beere, sondern eine sogenannte Scheinfrucht. Die eigentlichen Früchte sind kleine Nüsschen, die außen auf den ”Beeren” sitzen und manchen Genießer beim Kauen stören. Was uns so gut schmeckt, ist der fleischig verdickte Blütenboden.

Kleine Vitamin-C-Bomben

Nur selten ist etwas, das so gut schmeckt, auch so gesund und kalorienarm. Frische Erdbeeren enthalten mehr Vitamin C als Orangen oder Zitronen. Eine Portion von 125 g der wunderbaren Früchte deckt 108 % des Tagesbedarfs an Vitamin C, mit 40 kcal aber nur 2 % des Energiebedarfs. Außerdem findet man große Mengen des blutbildenden Vitamins Folsäure und des Spurenelements Mangan. Mangan bringt Enzyme des Knochenstoffwechsels sowie des KH- und Fettstoffwechsels auf Trab.

Aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe enthalten die leuchtend roten Beeren hauptsächlich Polyphenole. Diese Substanzen sind hoch wirksame Antioxidantien (das heißt sie fangen schädliche freie Radikale ab) und beugen Krebs, Thrombosen und Herzinfarkt vor. Außerdem schützen sie vor Infektionen. Nachgesagt wird den Erdbeeren auch ein günstiger Einfluss auf die Nierenfunktion und auf einen erhöhten Blutdruck.

Am besten tagesfrisch

Wer den typischen Erdbeergeschmack in seiner ganzen Fülle erleben will, sollte ausgereifte Früchte saisongerecht aus heimischem Anbau kaufen. Die ganze Aromafülle und die Inhaltsstoffe findet man nämlich nur in ausgereift geernteten Früchten und sie bleibt auch nur für wenige Stunden erhalten. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Früchte gleichmäßig und voll ausgereift sind und noch glänzen. Stiele und Kelchblätter müssen frisch und grün aussehen.

Von den über 1000 Erdbeersorten haben nicht alle die gleiche Aromafülle. Vor allem ist die Fruchtgröße nicht unbedingt auch ein Zeichen für größten Geschmack. Am allerbesten schmecken die köstlichen Beeren, wenn sie sofort verbraucht werden. Sie können Erdbeeren aber auch bis zu 2-3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Sie sollten sie allerdings vorher nicht waschen, sonst sind die Aromaverluste zu hoch. Tiefgefroren halten sich Erdbeeren 10 Monate. Ganze Früchte für Kuchenbelag frostet man am besten einzeln vor und verpackt sie dann in Dosen oder Gefrierbeutel.

Verführung zum Genuss

Ein wahrer Genuss sind frische Erdbeeren pur, eventuell mit etwas Zucker oder Sahne. Auch ein Hauch frisch gemahlener Pfeffer bringt das Erdbeeraroma hervorragend zur Geltung. Servieren Sie die Erdbeeren bei Zimmertemperatur, dann schmecken sie am besten. Erdbeeren eignen sich wunderbar zur Verarbeitung in Desserts, Torten oder Konfitüre. Passende Partner dabei sind Joghurt, Milch, Wein, Zitronen- und Orangensaft, ein milder Obstgeist und als Gewürze Vanille und ein wenig Zimt. Zum Garnieren von Erdbeerspeisen eignen sich Blättchen von Zitronenmelisse oder gehackte grüne Pistazien.

Bitte sanft behandeln!

Erdbeeren zählen zu den empfindlichsten Früchten und müssen deshalb entsprechend sanft behandelt werden. Druck vertragen sie überhaupt nicht und gehören deshalb im Einkaufskorb ganz nach oben. Erst unmittelbar vor der Verwendung werden sie in einer Schüssel mit kaltem Wasser gewaschen. Dabei müssen die Kelche dran bleiben, sonst würden die Früchte an Saft und damit an Aroma verlieren. Aus dem gleichen Grund sollten die Erdbeeren auch nicht im Voraus eingezuckert werden. Es wäre schade um ihre Saftigkeit und ihren Wohlgeschmack.