Obst & Gemüse-Lexikon

Bohnen

Frische grüne Bohnen aus Deutschland bereichern von Juli bis September die Angebotspalette an Frischgemüse. Ganzjährig ergänzt wird das Angebot durch Nasskonserven in Gläsern und Dosen, durch Tiefkühlware und durch milchsauer vergorene Bohnen aus der Kühltheke.

Weltweit geschätzte Gemüsepflanze

Bohnen haben eine Jahrtausende alte Kulturgeschichte und sie gehören zu den wenigen Gemüsepflanzen, die weltweit in nahezu allen Kulturen angebaut und als wertvolles Lebensmittel beliebt sind.

Die heutigen Bohnensorten teilt man ein nach zwei Kriterien: nach der Anbauform in hoch wachsende Stangenbohnen und niedrig bleibende Buschbohnen sowie nach der Hülsenform in die flachen, breiten Schnitt- (oder Schnippel-)bohnen und die runden Brechbohnen.

Stangenbohnen haben einen intensiveren Geschmack, sind aber in der Regel teurer als Buschbohnen, da sie von Hand geerntet werden müssen. Unter den Stangenbohnensorten findet man hauptsächlich die flachen Schnittbohnen. Buschbohnen sind meistens Brechbohnen. Die wiederum werden unterteilt nach ihrer Dicke in die dünnen Prinzess- (oder Delikatess-) bohnen mit sehr kleinen Kernen und die eigentlichen Brechbohnen.

Man spricht zwar allgemein von grünen Bohnen, es gibt aber auch Sorten mit gelben oder sogar blauen Schoten. Gelbe Brechbohnen werden oft als Wachsbohnen bezeichnet. Sie gelten als besonders zart und werden gerne für Salate verwendet.

Gut für die Blutbildung

Die Bohne zählt als Hülsenfrucht zu den eiweißreichen Gemüsearten. Sie enthält außerdem eine Menge Mineralstoffe und Vitamine. Zum Beispiel deckt eine Portion von 200 g Bohnen mehr als den halben Tagesbedarf an den Vitaminen  C, Folsäure und Beta-Carotin. Insbesondere die Folsäure ist ein Vitamin, dessen Zufuhr bei vielen Menschen heute nicht sichergestellt ist. Es ist unter anderem sehr wichtig für die Blutbildung und ein Folsäuremangel führt zur Anämie.
Einen wertvollen Beitrag leisten grüne Bohnen auch zur Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen. Hauptsächlich Phenolsäuren und Flavonoide sind hier zu nennen. Den Phenolsäuren wird eine starke Antikrebswirkung zugeschrieben, die Flavonoide schützen ebenfalls vor Krebs, zusätzlich aber auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vor Entzündungen.
Aus der Menge an wertvollen Inhaltsstoffen ist zu erklären, warum grüne Bohnen auch heute noch in Asien als wertvolles Vorbeugungs- und Heilmittel gelten.

Bohnen darf man nicht roh essen, denn sie enthalten den giftigen Eiweißstoff Phasin, der erhebliche Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Aber schon durch kurzes Blanchieren oder auch bei der Milchsäuregärung wird das Phasin zerstört, eine Gefahr besteht nicht mehr.

Für die schnelle Küche

Grüne Bohnen passen mit ihrer leuchtenden Farbe und ihrem zurückhaltenden Geschmack zu sehr vielen Gerichten. Sie harmonieren mit kräftigem Lamm oder durchwachsenem Speck genauso wie mit edlem Schweinefilet oder Fisch. In farbenfrohen Mischungen mit rotem und gelbem Paprika oder Tomaten können auch Kinder dem so wertvollen Gemüse nur schwer widerstehen.
Frische grüne Bohnen sind schnell zubereitet: waschen, Enden abschneiden, nach Belieben ein- bis zweimal durchschneiden, in wenig Flüssigkeit etwa 15 Minuten bissfest garen – so bleiben Farbe, Geschmack und Nährstoffe am ehesten erhalten. Das Aroma lässt sich durch Andünsten in wenig Fett noch verbessern. Zur Geschmacksabrundung in Bohnengerichten eignen sich verschiedene  Kräuter, wie Petersilie, Bohnenkraut, Thymian, Liebstöckel, Dill, Oregano oder Basilikum.

Noch schneller geht`s, wenn man auf Tiefkühlware oder Bohnen aus der Dose zurückgreift. Mit einem Vorrat an Bohnenkonserven hat man immer eine wertvolle Gemüsebeilage zur Hand. Wegen dieser Unkompliziertheit passen die grünen Bohnen deshalb besonders gut ins 5-am-Tag-Konzept.

Am besten knackig-frisch

Grüne Bohnen zählen zu den schnell verderblichen Gemüsen. Ohne Kühlung beginnen sie schon nach kurzer Zeit zu faulen. Im Kühlschrank, in perforierten Kunststoffbeuteln locker verpackt oder in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, halten sie 2 – 3 Tage.

Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Bohnen noch fest und knackig sind und eine intensive Farbe haben. Die Samenkerne dürfen sich nicht deutlich abzeichnen und beim Zerbrechen der Hülsen muss es noch knacken.

Sekundäre Pflanzenstoffe in Gemüse und Obst

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt: sekundäre Pflanzenstoffe schützen unseren Körper aktiv vor Krebs, Infektionen oder Herz- und Kreislauferkrankungen wie Arterienverkalkung und Herzinfarkt.

Zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe zählt eine Fülle von Substanzen, etwa 10.000 verschiedene davon finden wir in unseren Nahrungspflanzen.

Diese Vielfalt lässt sich nicht im Labor kopieren und zu Pillen oder Pulver verarbeiten. Wir können sie nur nutzen durch den regelmäßigen und vielseitigen Verzehr von Gemüse und Obst. 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst täglich sollten es ein, insgesamt etwa 600 g. Die größtmögliche Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen erhalten wir, wenn in der täglichen Obst- und Gemüsepalette auch noch alle drei Ampelfarben - grün, gelb und rot (oder orange) - vorkommen.