Obst & Gemüse-Lexikon

Birne

Sie tragen so wohlklingende Namen wie Clapps Liebling, Jules Guyot, Williams Christ oder Köstliche aus Charneu und begeistern ab August wieder alle Liebhaber mild-aromatischer Genüsse.

Birnen, die milden Schwestern des Apfels, sind schon seit dem Altertum beliebt bei den Anhängern besonderer Gaumenfreuden: der römische Feldherr Lukullus z. B. schwärmte von ihnen und Ludwig der XIV gilt als leidenschaftlicher Birnenfan.

Genuss ohne Reue
Reife Birnen sind ausgesprochen bekömmlich. Sie haben in etwa die gleiche Nährstoffzusammensetzung und den gleichen Kaloriengehalt wie Äpfel. Allerdings enthalten sie weniger Säure und schmecken deshalb bei gleichem Zuckergehalt viel süßer. Auch ist der Ballaststoffgehalt deutlich höher. Birnen werden bei Verdauungsproblemen empfohlen, denn sie beseitigen Verstopfungen und binden schädliche Stoffe (Gifte, Schwermetalle) im Darm. Birnen eignen sich übrigens besonders gut für Obstfastentage, denn sie wirken entwässernd und sättigen bei nur 55 kcal/100 g sehr gut.

Aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe finden wir bei den Birnen in und direkt unter der Schale die sogenannten Flavonoide vor. Die Flavonoide stärken das Immunsystem und wirken der Arterienverkalkung entgegen.

Birnen sollte man am besten mit Schale essen, denn beim Schälen würden sehr viele der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Allerdings muss man sie wie alles Obst vor dem Verzehr gut waschen.

Genussreife nach kurzer Lagerzeit
Birnen werden hartreif geerntet und erlangen erst nach kurzer Lagerzeit ihre Genussreife. Allerdings ist die Lagerdauer auch begrenzt, nur einige spätreifende Wintersorten halten unter optimalen Lagerbedingungen mehrere Monate.

Am besten ist es, wenn die Birnen beim Kauf noch grün sind. Bei Zimmertemperatur reifen sie dann innerhalb von 2 – 3 Tagen nach. Für eine längere Lagerung legt man sie am besten in eine Plastiktüte verpackt in den Kühlschrank. Birnen sind sehr druckempfindlich und wollen bei Transport und Lagerung deshalb vorsichtig behandelt werden. Eingedrückte Stellen faulen sehr schnell, solche Birnen müssen direkt verwendet werden.

Dessertfrucht für Feinschmecker
Birnen sind ein beliebtes Tafelobst für den Frischverzehr. Ob als Snack zwischendurch gegessen oder als Dessert zelebriert mit einem Stück kräftigem Käse - Birnen kann man immer essen. Sie eignen sich hervorragend zum Einmachen, für köstliche Kuchen oder zu Birnenmus verarbeitet als Beilage zu Milchreis oder süßen Pfannkuchen. Birnen sind außerdem eine wunderbare Ergänzung zu Wildgerichten, Käsebroten oder Blattsalaten.

Nashis – die asiatischen Verwandten
Seit einiger Zeit findet man im Handel Verwandte von Apfel und Birne, die sogenannten Nashis. Sie werden auch japanische oder asiatische Birne genannt und stammen wie der Name sagt aus Asien, werden heute aber auch z. B. in USA oder Neuseeland angebaut.

Die braungrünen Früchte ähneln von der Form her einem Apfel, vom Geschmack eher einer Birne. Das Fruchtfleisch wiederum ist eher fest wie beim Apfel, gleichzeitig aber auch sehr saftig.
Nashis werden hauptsächlich frisch verzehrt. Schälen lässt sie zwar noch etwas süßer und saftiger schmecken, es gehen allerdings auch hier viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren.


Varianten

  • Nashi