Aktionärs-Glossar
In unserem Aktionärs-Glossar finden Sie Begriffe zu vielen wichtigen Begriffen rund um Börse, Wertpapiere und Aktien.
Agio
Das Wort „Agio“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet Bequemlichkeit. Ein Agio ist der Aufschlag auf den Nennwert einer Aktie, der vorwiegend prozentual zum Nennwert angegeben wird. Das Gegenteil des Agio ist das Disagio.
Aktie
Ein Wertpapier, das den Aktionär zum Miteigentümer einer Aktiengesellschaft (AG) macht, da er sich damit einen Bruchteil des Kapitals der AG aneignet. Mit dem Besitz einer Aktie sind nach dem deutschen Aktiengesetz bestimmte Rechte und Pflichten verbunden.
Aktienemission
Die Ausgabe neuer Aktien eines Emittenten, d.h. eines Unternehmens. Aktienemission geschieht beispielsweise bei einer neu gegründeten Aktiengesellschaft oder bei einer Umwandlung einer anderen Gesellschaft in eine AG. Investmentbanken dienen dabei meist als Emissionäre, d.h. den Vermittelnden zwischen Unternehmen und potenziellen Aktionären.
Aktiengesellschaft
Eine Unternehmensform und juristische Person. Bei der Aktiengesellschaft ist das Grundkapital in Aktien zerlegt und Eigentum der Aktionäre. AGs haben eine wichtige Bedeutung im heutigen Wirtschafsleben und sind daraus nicht mehr wegzudenken, da Unternehmen auf diese Weise unabhängig von ihren Eigentümern sind und sich durch Ausgabe neuer Aktien leicht Kapital beschaffen können.
Aktiengesetz
Das deutsche Aktiengesetz regelt die Rechte und Pflichten von Aktiengesellschaften, Konzernen sowie deren Aktionären. Das Gesetz trat erstmals 1937 in Kraft und wurde im Juli 2009 zuletzt überarbeitet.
Aktionär
Ein Aktionär ist der Besitzer von einer oder mehrerer Aktien eines Unternehmens. Durch den Kauf einer Aktie investiert der Aktionär in das Unternehmen und wird so zum Miteigentümer des Unternehmens, was mit Rechten und Pflichten verbunden ist. Dazu gehört beispielsweise ein Rede- und Stimmrecht auf der Hauptversammlung. An der Unternehmensführung ist ein Aktionär meistens nicht beteiligt.
Aktiva
Bestandteil der Bilanz eines Unternehmens. Die Aktiva weisen die Mittelverwendung des Unternehmens im abgelaufenen Geschäftsjahr aus, die beispielsweise aus Anlagevermögen, Umlaufvermögen und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bestehen. Gegenteil der Passiva.
Alte Aktie
Im Gegensatz zu Jungen Aktien sind Alte Aktien in diesem Fall die Aktien, die bereits vor einer Kapitalerhöhung auf dem Markt waren.
Anlegerschutz
Bei Anlegerschutz handelt es sich um alle Maßnahmen, die Anleger schützen sollen. Der Schutz zielt dabei insbesondere auf unseriöse Angebote, die aus dem Bereich, den man Grauen Kapitalmarkt nennt, kommen.
Aufsichtsrat
Neben Vorstand und Hauptversammlung eines der drei Kontrollgremien einer Kapitalgesellschaft. Die Einrichtung eines Aufsichtsrats ist bei Aktiengesellschaften gesetzlich vorgeschrieben. Bei Aktiengesellschaften setzt sich der Aufsichtsrat zu zwei Dritteln aus Anteilseignern und zu einem Drittel aus Arbeitnehmern zusammen. Der Aufsichtsrat hat die Funktion, den Vorstand zu kontrollieren.
Baisse
Eine Phase anhaltend sinkender Kurse, Gegenteil vom Hausse.
Siehe auch: Bärenmarkt, Crash.
Siehe auch: Bärenmarkt, Crash.
Bärenfalle
Eine Fehlentscheidung eines Spekulanten, der einen bevorstehenden Kursabfall vermutet hatte, jedoch von einer gegenläufigen Kursentwicklung überrascht wurde. Das Gegenteil der Bärenfalle ist die Bullenfalle.
Bärenmarkt
Der Bär steht im Finanzmarkt für anhaltend sinkende Kurse. Dies geht mit sinkendem Vertrauen der Kapitalanleger sowie einer erhöhten Verlusterwartung einher. Das Gegenteil des Bären ist der Bulle, der für steigende Kurse steht.
Betriebsrat
Der Betriebsrat vertritt Arbeitnehmerinteressen in Unternehmen und Konzernen. Angehörige des Betriebsrates sind unkündbar.
Bilanz
Eine Aufstellung der Aktiva und Passiva eines Unternehmens. Bei börsennotierten Unternehmen wird die Bilanz im Jahres- bzw. Quartalsbericht veröffentlicht. Dazu gehört auch die Aufstellung der Gewinn- und Verlust-Rechnung. Die Bilanz dient damit der Information, Dokumentation und Gewinnermittlung.
Blue Chip
Als Blue Chip bezeichnet man besonders umsatzstarke Aktien mit einem sehr hohen Börsenwert. Deutsche Blue Chip Aktien sind beispielsweise die Aktien von DAX-Unternehmen wie der Deutsche Bank, Daimler, Siemens oder der Telekom.
Boom
Eine Phase des Konjunkturzyklus, in der die Wirtschaftskapazitäten voll ausgelastet sind und Vollbeschäftigung herrscht. Da die Nachfrage in dieser Phase sehr stark ist, steigen Lohnniveau, Preise und Zinsen, bis eine Marktsättigung eintritt und die Phase des Abschwungs eingeleitet wird.
Börse
Ein organisierter Handelsplatz für Wertpapiere wie Aktien und Anleihen, Devisen und anderes, deren Preise sich aus den aktuellen Werten von Angebot und Nachfrage zusammensetzen. International wichtige Börsenmärkte sind beispielsweise die Börsen in New York, London, Frankfurt, Tokio und Hongkong.
Börsengang
Der erstmalige Gang eines Unternehmens an die Börse. Dies geschieht zum Beispiel bei einer neu gegründeten Aktiengesellschaft oder bei einer Umwandlung einer anderen Gesellschaft in eine AG. Das Gegenteil des Börsengangs bzw. des Going Public ist das Going Private.
Börsenzyklus
Besteht aus einer Hausse und einer Baisse.
Bullenfalle
Eine Fehlentscheidung eines Spekulanten, der einen bevorstehenden Kursanstieg vermutet hatte, jedoch von einer gegenläufigen Kursentwicklung überrascht wurde. Das Gegenteil der Bullenfalle ist die Bärenfalle.
Bullenmarkt
Der Bulle steht im Finanzmarkt für anhaltend steigende Kurse. Dies geht mit einer Vertrauenssteigerung der Kapitalanleger sowie einer erhöhten Gewinnerwartung einher. Das Gegenteil des Bullen ist der Bär, der für sinkende Kurse steht.
Buy Side
Unternehmen bzw. Institutionen, die am Finanzmarkt als Käufer agieren. Das Gegenteil der Buy Side ist die Sell Side.
Corporate Governance
Unter Corporate Governance versteht man die Unternehmensführung und –überwachung sowohl auf organisatorischer wie auch auf inhaltlicher Ebene. Die Corporate-Governance-Grundsätze für börsennotierte Unternehmen sind in Deutschland im Deutschen Corporate Governance Kodex festgeschrieben.
Crash
Ein extremer Kurseinbruch in einem sehr kurzen Zeitraum. Ursache sind häufig Rückzüge vieler Anleger nahezu zeitgleich, wodurch die verkauften Aktien an Wert verlieren. Dieser Vorgang wird als Platzen einer Spekulationsblase bezeichnet.
DAX
Der wichtigste deutsche Aktienindex, in dem die 30 größten und umsatzstärksten in Deutschland gelisteten Unternehmen enthalten sind. Der DAX gilt mittlerweile als Leitindex des deutschen Aktienmarkts.
Desinvestition
Gegenteil von Investition. Während man beim Investieren Geld in Vermögensgegenstände wie Aktien oder Immobilien steckt, setzt man beim Desinvestieren dieses Geld wieder frei, um neue Investitionen machen zu können oder Liquidität zurückzuerlangen.
Deutscher Corporate Governance Kodex
Ein Regelwerk, in dem Corporate Governance-Grundsätze für börsennotierte Unternehmen festgeschrieben sind. Es enthält Vorschläge, was eine gute Corporate Governance ausmacht, ist jedoch nicht gesetzlich verbindlich. Ziele des Kodex sind beispielsweise der Schutz von Aktionärsinteressen sowie eine transparente Unternehmensführung.
Disagio
Das Wort „Disagio“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet Unbequemlichkeit. Ein Disagio ist der Abschlag auf den Nennwert einer Aktie, der vorwiegend prozentual zum Nennwert angegeben wird. Das Gegenteil des Disagio ist das Agio.
Dividende
Teil des Unternehmensgewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Höhe der Dividende ist abhängig vom Gewinn des Unternehmens. Das Unternehmen behält dabei jedoch meist einen Teil des Gewinns für Rücklagen ein.
